Serien · Serie 8 · Teil 1 von 4 erschienen

Kenne dich selbst

Der Beruf lagert etwas ab, verleibt eine Haltung ein und liefert die Vorwände dazu – wer sich nicht kennt, wird von diesen Kräften gesteuert, statt sie zu steuern.

Über dem Apollon-Tempel in Delphi stand ein Satz, den Sokrates zum Anfang aller Philosophie machte: „Kenne dich selbst.“ Für einen Beruf, der Gewalt monopolisiert und unter Zeitdruck entscheidet, ist er kein Luxus, sondern Handwerk: Wer nicht weiss, was in ihm wirkt, wird von diesen Kräften gesteuert, statt sie zu steuern. Die Serie beschreibt Mechanismen, wie sie in belastenden Berufen allgemein wirken; ihre Belege stammen aus der internationalen Belastungs-, Sozialisations- und Kriminologie-Forschung, nicht aus einem einzelnen Fall.

Sie führt in drei Stufen von aussen nach innen: der Speicher, in dem belastende Erfahrung sich still ablagert – die zweite Haut, als die eine Haltung sich einverleibt, tiefer als jeder Satz – und der Vorwand, mit dem man sich vor sich selbst rechtfertigt. Der rote Faden: Selbst-Kenntnis vor dem Mechanismus. Die Serie ist die Innenseite von «Die zweite Kultur», deren Cop Culture sie vom Kollektiv auf den Einzelnen dreht, und die Vorstufe von «Der Griff», dessen Kippen sie im Vorwand vorbereitet sieht. Sie gehört zur Themen-Säule Cop Culture.

Die Teile

  1. Der Satz über dem Tor

    Über dem Tempel von Delphi stand ein Satz aus zwei Worten. Warum er für einen Beruf, der Gewalt monopolisiert, kein Luxus ist, sondern Handwerk – und was es heisst, sich in drei Stufen nach innen zu kennen. Auftakt zur Serie «Kenne dich selbst».

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