Serien · Serie 6 · Teil 2 von 5 erschienen
Grün trifft Blau
Die Polizei trägt zwei Ordnungen in sich – die hierarchische Macht, die nicht begründen muss, und die Profession, die nichts anderes darf. Der Wandel entscheidet sich in der Lücke dazwischen.
Zwei Polizisten mit militärischem Hintergrund vergleichen in einer Kaffeerunde ihre Welten und greifen zu Farben: der grüne Chip, das Militär – der blaue Chip, die Polizei. Aus dem Alltagsbild wird eine Frage, die tiefer reicht, als der Farbcode weiss: Woher bezieht eine Organisation ihre Autorität, wenn die Reglemente dünn sind – und was ändert sich, wenn sie dicht werden? Die Serie beschreibt Mechanismen, wie sie in hierarchischen Einsatzorganisationen allgemein auftreten; ihre Belege stammen aus der internationalen Organisations- und Polizeiforschung, nicht aus einem einzelnen Fall.
Sie folgt den Bruchlinien zwischen zwei Ordnungen: der Macht, die nicht begründen muss, und der Profession, die nichts anderes darf. Wo die alte, machtförmige Ordnung Verstecke bot – für die Fähigen wie die Unfähigen –, macht die professionalisierte sie sichtbar; und wo Führung ausfällt, führt die Organisation sich selbst, über Netzwerke auf der Strasse. Die Serie dockt an «Die zweite Kultur» an, deren Cop Culture sie in die Karrierewege und Führungsfragen verlängert, und an «Entscheiden im Nebel», deren Komplexitäts-Perspektive erklärt, warum die Netzwerke auf der Strasse oft die passendere Form sind. Sie gehört zu den Themen-Säulen Cop Culture und Wandel.
Die Teile
- Zwei Uniformen, zwei Ordnungen
Warum Praktiker in Farben denken, was der Farbcode trifft – und weshalb Transparenz immer auch Verstecke abschafft. Auftakt zur Serie «Grün trifft Blau».
- Als Macht noch Fachwissen ersetzte
Wie die Verrechtlichung des Militärs die Verstecke abschaffte – und warum Transparenz deshalb nie nur ein technisches Projekt ist, sondern immer auch ein Machtprojekt.